Flankeneruption am Ätna



Diejenigen, die seit über 30 Jahren am Fuße des Ätna leben, haben mindestens einen gesehen. Und wenn sie es sahen war es sehr furchterregend. Wir sprechen natürlich von den seitlichen Ausbrüchen, welche plötzlich den Boden an einer Seite des Vulkans aufbrechen und auf geringer Höhe anfangen Lava auszustoßen. Manchmal kommen diese Ausbrüche auch in höheren Lagen vor, falls Sie jedoch in tieferen Gebieten in der Nähe von bewohnten Orten auftreten, besteht die Gefahr, dass diese verschüttet werden.

Wie unverantwortlich ist es, die Flanken des Ätna zu bebauen?

Die Gegend um den Vulkan Ätna ist dicht besiedelt, so dass an jeder Seite Städte und Dörfer entstehen, die möglicherweise gefährdet sind. Wie unverantwortlich ist es, in diesen Bereichen den Ätna zu bebauen? Seit der Gründung des Regionalparks Ätna ist es verboten, über bestimmte Grenzen und Gebiete hinaus zu bauen, aber die ältesten Stadtzentren gibt es nun mal seit Jahrhunderten. Und nein, die Menschen waren nicht verrückt. Die Menschen leben seit Jahrhunderten am Ätna, da die Seiten des Vulkans besonders fruchtbar sind. Es gibt genügend Wasserquellen und Holz und Stein als Baumaterial. Die Seiteneruptionen stellen ein Risiko dar, mit welchem die Menschen vor Ort leben, auch wenn die Gefahr nicht vorhergesagt werden kann.

Ätna Aktuell Ausbruch 2019

Ätna seitliche Ausbrüche
Ätna seitliche Ausbrüche

Was sind die Gründe für eine Flankeneruption.

Der seitliche Ausbruch ist eine Anomalie, die auch an einem Vulkan mit bereits aktiven Kratern auftreten kann. Aus Gründen, die nicht vorhergesagt werden können, steigt das Magma nicht entlang der Hauptleitungen, die zum Gipfel führen, nach oben. Stattdessen sucht sich das Magma einen neuen Weg, spaltet die Felsen und sucht sich neue Tunnel. Wenn dies gelingt, kann eine Seiteneruption überall auftreten. Die Geografie des Ätna, mit den vielfach verstreuten uralten Kratern, beweist dies sehr gut.

Flankeneruptionen – können diese immer noch auftreten?

Die berühmtesten Ausbrüche des Vulkans in den Jahrtausenden seiner Geschichte werden hier aufgeführt: Im Jahr 49 vor Christus an der Westflanke; 252 nach Christus an der Südseite (der durch das Wunder von St. Agatha aufgehalten worden ist); 1329 an der Ostflanke; 1669 in Nicolosi; der Ausbruch 1928, der einen Teil der Stadt Mascali zerstörte und der Ausbruch, der 1981 Randazzo bedrohte. Im Jahr 1991 drang die Lava einer Eruption fast bis in die Stadt Zafferana Etnea vor.

Ätna Lava
Ätna Lava

Auch der Ausbruch am 26. Dezember 2018 wird als Seiteneruption betrachtet, da die Lava, obwohl sie in großen Höhen ans Tageslicht kam, den Fels an der Westwand des Tals „Valle del Bove“ gespaltet hat. Können weitere Ausbrüche, wie diese auftreten? Die Antwort ist „Ja, natürlich“, erzählt uns der katanesische Vulkanologe Marco Neri. Die neusten Studien haben gezeigt, dass der Ätna seitliche Ausbrüche mit genauen Abständen erzeugt: etwa alle 10 oder 20 Jahre. Jetzt gerade scheint es so, als ob eine dieser Perioden beginnt. Gib es eine andere Handhabung der Ausbrüche, im Vergleich zur Vergangenheit? Ja, da wir dank des Nationalen Instituts für Vulkanologie die Frühwarnzeichen erkennen und dadurch wissen, wie wir uns besser schützen können.