Die Kastanie der hundert Pferde und andere historische Bäume auf dem Vulkan Etna



Die Natur des Vulkans Etna hält viele Überraschungen bereit, welche auch für Touristen interessant sein können. Tatsächlich gibt es dort Bäume die genauso wichtig, wenn nicht sogar noch wichtiger sind, als ein künstlerisches oder architektonisches Denkmal. Auf dem Etna findest du mindestens drei davon. Dazu muss gesagt werden, dass der Vulkan Etna eine spezielle Geschichte in Bezug auf die Bäume hat, die ihn bedecken. Neben den Buchenwäldern, den wunderschönen Kiefernwäldern, finden wir die höchsten über dem Meeresspiegel liegenden (sogar höher als 900 m über dem Meeresspiegel) Kastanienbäume Europas und Birken auf dem tiefsten Breitengrad (diese Bäume sind typisch für nördliche Regionen). Dann gibt es noch die prächtigen monumentalen Bäume … kommen Sie und erkunden Sie diese bei unseren Ausflügen.

Die Kastanie der hundert Pferde

, des Schiffes und der Ilice Carrinu
Auf dem Territorium der Gemeinde Sant’Alfio, an der östlichen Flanke des Ätna, erhebt sich entlang der Provinzstraße 84 ein wunderschöner alter Kastanienbaum: die Kastanie der hundert Pferde! Laut einer Legende, haben eine Königin und ihre Eskorte aus hundert Reitern mit ihren Pferden dort während eines Sturms Zuflucht gefunden. Der Baum war so groß, dass er alle vor dem Regen schützen konnte. Laut einer anderen Version dieser Legende fand die Königin dort ihre große Liebe. Wenn man den Baum heute ansieht, könnte man fälschlicherweise meinen, dass es sich um drei Pflanzen handelt. Stattdessen handelt es sich um drei gigantische Äste, die aus einem einzigen Stamm mit Wurzeln hervorgehen, die möglicherweise schon tausend bis zweitausend Jahre alt sind. Es gibt keine genaue Gewissheit über das Alter, allerdings war der Baum schon lange vor dem 16. Jahrhundert an seinem Platz. Die Ausmaße des Baums sind rekordverdächtig – 22 Meter hoch und einen Gesamtkronendurchmesser von 59 Metern!

Nicht weit davon entfernt befindet sich ein weiterer tausend Jahre alter Kastanienbaum, obwohl weniger bekannt als der Erste: die Kastanie Della Nave (des Schiffes), die auch als “Arusbigghiasonnu” (Schlafbrecher) bezeichnet wird. Grund dafür ist, dass hunderte von Vögeln hier morgens zwitschern und abends einen solchen Lärmpegel erzeugen, dass die Menschen aus dem Schlaf geweckt werden!
An der Ostflanke können wir noch die Ilice Carrinu oder Ilice del Pantano bewundern. Der erste Name ist eine dialektale Verzerrung des Namens „Carlo“, welche möglicherweise den Eigentümer des Landes angibt, auf dem dieser Baum steht. Pantano (Schlamm) bezieht sich stattdessen auf die schlammigen Bedingungen des Ortes. Gerade hier sind wir über Zafferana Etnea. Ilice ist eigentlich der lateinische Name der Steineiche, die sich in der sizilianischen Sprache nie geändert hat: 20 Meter hoch, mit einem Stammdurchmesser von 5 und einem Kronendurchmesser von 30 Metern. Dieser Baum kann man finden, indem man im Naturpark des Vulkans Etna dem „Dagalone-Pfad“ folgt, beginnend im Gebiet Caselle zwischen Zafferana und der Gemeinde Milo.

Zappinazzu, die älteste Kiefer

Wir müssen nun auf die Nordseite des Ätna abbiegen, fast anonym, findest du zwischen zehn seiner Nachkommen die schönste und älteste Kiefer des Vulkans. Für die Einheimischen ist der Baum einfach als “Zappinazzu” bekannt (ein sehr merkwürdiger Name, der möglicherweise von “Onkel Pinaccio” oder von “Zappinu”, dem Spitznamen der Pflanze, stammt). Um sie zu finden und zu bewundern, müssen Sie von Linguaglossa aus 11 km auf der Mareneve Road hinauffahren, und sollten die Augen offen halten, da plötzlich das Hinweisschild auf der linken Seite erscheint. Sobald Sie sich in der Berghütte Brunek befinden, müssen Sie etwa 2 km hinuntergehen und werden den Baum auf der rechten Seite finden. Es wird angenommen, dass er über 300 Jahre alt, 31 Meter hoch ist und einen Stammdurchmesser von fast 2 Metern hat. Wenn Sie sie finden, fotografieren Sie die Kiefer mit dem Respekt eines alten Weisen, der sich von diesem wunderschönen Vulkan ernährt und dies auch zurückgibt. Und auch an uns, wenn wir ihn huldigen.