Der Ätna hat mit einem neuen Ausbruch das neue Jahr 2026 eingeläutet. Erneut kam die Ausbruch überraschend, denn alle hatten erwartet, das Spektakel von der Süd- oder Westseite aus zu bewundern, wo der Blick auf den Krater Voragine und den Nordosten besser ist. Stattdessen öffnete sich die Erde plötzlich an der Nordwand des Valle del Bove.
Ein Ausbruch in geringer Höhe
Der Anblick ist spektakulär, denn vom Tal aus sieht es so aus, als würde die Lava die Dörfer am Fuße des Berges gleich verschlingen – doch das ist eine optische Täuschung. Der aus dem Riss schießende Lavastrom ist weit von den Ortschaften entfernt, liegt aber deutlich niedriger als die Gipfelkrater. Mit bloßem Auge ist bei klarem Himmel ein deutlicher Riss mit sprudelnder Lava und ein gewaltiger Lavastrom zu erkennen, der einen steilen Hang in nordöstlicher Richtung hinabfließt.
Pressemitteilung des INGV
Das Institut für Vulkanologie des INGV (INGV) hat folgende Pressemitteilung herausgegeben: Seit etwa 16:30 Uhr am 1. Januar 2026 wurde im Krater Valle del Bove nahe der Nordwestwand effusive Aktivität beobachtet. Auch im Krater Bocca Nuova hält die explosive Aktivität an, allerdings mit mäßigen Ascheemissionen. Seismisch betrachtet blieb die durchschnittliche Tremoramplitude im Normbereich (gelb in der Grafik). Aufgrund mehrerer technischer Probleme, an deren Behebung derzeit gearbeitet wird, konnte die aktuelle Tremorquelle nicht identifiziert werden.
Entwicklung des Eruptionsphänomens
Es ist noch zu früh, um zu sagen, ob dieses Phänomen mit der anhaltenden Krise zusammenhängt. Der Ätna zeigt seit Heiligabend deutliche Anzeichen eines Wiedererwachens, insbesondere durch die Reaktivierung des Nordostkraters, der etwa 28 Jahre lang nicht ausgebrochen war. In den letzten Tagen stieß der Nordostkrater – zusammen mit dem Voragine-Krater – fast ununterbrochen Aschesäulen und Explosionen aus. Am Silvesterabend schien plötzlich Ruhe einkehrte. Der Vulkan hielt zwar weiterhin hohe Erdbebenstärke zeigte aber keine sichtbaren Anzeichen von Aktivität mehr.
Doch heute, am 1. Januar, kommt die „Neujahrsüberraschung“! Die Erde riss in geringer Höhe auf, und ein gewaltiger Ausbruch begann, der dem spektakulären Ausbruch vom letzten Februar ähnelte: Schnee und Feuer unter einem sternenklaren Winterhimmel! Es klingt wie ein Märchen, ist aber die wunderbare Realität dieses unglaublichen Vulkans, des Ätna, der uns immer wieder aufs Neue überrascht.
UPDATE
Hinweis des INGV zur neuen Eruption in geringer Höhe: Der Effusionskrater, der die Aktivität im Valle del Bove speist, befindet sich in der Nähe des Monte Simone in einer geschätzten Höhe von ca. 2.100 m über dem Meeresspiegel. Die vorderste Front liegt derzeit unmittelbar südlich der Rocca Musarra (ca. 1.580 m über dem Meeresspiegel). Vulkanologen führen weiterhin Untersuchungen vor Ort durch. Die seismische und infraschallische Aktivität hat sich seit der letzten Meldung nicht wesentlich verändert.
(Photos G Musumeci)