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Der Ätna ist ein sich ständig weiterentwickelndes Rätsel. Als einer der faszinierendsten Vulkane der Welt verblüfft er immer wieder aufs Neue. Das haben die Vulkanologen aus Catania, die ihn in- und auswendig kennen und ihn täglich bewundern, immer wieder betont. Doch ein Wendepunkt steht unmittelbar bevor, und unerwartete Neuigkeiten können jederzeit eintreffen. Die neueste Entdeckung wird in einer Studie beschrieben, die im „Journal of Geophysical Research“ der Universität Lausanne veröffentlicht wurde und an der auch die aus Catania stammende Dr. Anna Rosa Corsaro vom INGV mitwirkte. Es scheint, als sei der Ursprung des Ätna etwas… Einzigartiges gewesen!

Wie der Ätna entstand

Bisher wussten wir, dass der Ätna vor etwa einer halben Million Jahren aus dem Grund des Ionischen Meeres entstand. Einst befand sich dort, wo der Vulkan heute steht, nur ein großer Golf, gefüllt mit Meerwasser. Dieses Meer wurde jedoch ständig von Erdbeben erschüttert, die durch die Reibung zwischen den riesigen afrikanischen und eurasischen Platten verursacht wurden. Die Lava der ersten Unterwassereruptionen begann aus den durch diese Verschiebungen entstandenen Spalten zu fließen.

In Aci Trezza kann man noch heute prächtige Säulenlava bewundern, die von diesem ersten Aufstieg des Vulkans zeugen. Auch das Timpa-Plateau in Acireale stammt wahrscheinlich aus dieser „Timpe“-Phase, als Eruptionen durch Spalten erfolgten. In den folgenden Jahrhunderten verlagerten sich die Eruptionskanäle langsam immer weiter nach Westen, wodurch der Ätna seine heutige Position erreichte. Die Bewegung des Vulkans scheint weiterhin westwärts zu verlaufen, wie die Veränderungen seines Gipfels im letzten Jahrhundert belegen.

Die Forschungen zum Ätna sind jedoch nie zum Stillstand gekommen, und heute werden neue Szenarien zu seiner Entstehung aufgestellt. Die Studie der Universität Lausanne spricht sogar von einer „einzigartigen Entstehung“. Warum?

Warum eine „einzigartige“ Entstehung?

Der Entstehungsprozess des Ätna scheint keinem der drei bekannten Hauptmechanismen für die klassische Entstehung terrestrischer Vulkane zu entsprechen. Der Ätna liegt weder genau an einer Plattengrenze noch in einer Subduktionszone, sondern lediglich in deren Nähe. Obwohl er ein Landvulkan ist, weist er eine ähnliche chemische Zusammensetzung wie sogenannte submarine Hotspots auf (Bereiche, in denen sehr heißes Mantelmaterial aufsteigt). Das über seine lange Lebensdauer eruptierte Material bleibt nahezu unverändert.

Kurz gesagt: der Ätna zeigt trotz seiner Größe als Landvulkan den Entstehungsmechanismus kleiner submariner Vulkane. Forscher vermuten daher, dass er zu einer vierten, weniger bekannten Vulkankategorie gehört, den sogenannten Petit Spots.

Die erste Beschreibung dieses Vulkantyps stammt aus dem Jahr 2006 und beschrieb isolierte Magmakammern, die durch periodische Spannungen an seismischen Verwerfungen gefüllt werden und das Material an die Oberfläche befördern. Dieses Phänomen wurde zuvor nur bei Unterwasservulkanen beobachtet, zunächst im Pazifik und dann im Mittelmeer. Sollte sich diese Entdeckung bestätigen, würde sie unsere Art, Vulkane zu erforschen und zu erleben, grundlegend verändern.

Der Ätna wird immer einzigartiger

Die Wissenschaft der Risikoprognose – insbesondere im Zusammenhang mit Erdbeben – ist noch immer sehr unvollkommen, und der Weg zu einem hohen Maß an Sicherheit ist lang. Doch das genaue Verständnis des Verhaltens eines Vulkans könnte auch in diesem Bereich neue Erkenntnisse liefern.

Die Erkenntnis, dass der Ätna einer ganz besonderen Art von Vulkanismus angehört – und sich von anderen unterscheidet –, kann dem INGV neue Möglichkeiten eröffnen, Risiken besser einzuschätzen und gleichzeitig die Einstellung der Bevölkerung zum Vulkan zu verändern. Aber das ist noch nicht alles. Die Erforschung dieses neuen Vulkantyps, die durch die enorme Größe des Ätna ermöglicht wird, könnte dazu beitragen, den Ursprung und die verborgene Natur anderer ähnlicher Systeme weltweit zu erforschen. (Fotos: G. Musumeci)

 


Author: Grazia Musumeci


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